Formkrise – Total LOST

Liebes Tagebuch … 😀

Nach meiner Mittelohrentzündung und dem iRating-Verlust ging bei mir gefühlt nichts mehr. Ich habe trainiert wie ein Ochse, gemacht und getan, aber ich war verunsichert und machte Fehler, die mir früher nie passiert wären. Der Flow war komplett weg und die Teufelsspirale zog mich gnadenlos nach unten. Je mehr ich wollte, desto schlechter lief es. Irgendwann stand ich bei 1.7k iRating und mir war klar, dass ich einen Cut machen musste. Ein paar Tage Abstand, das Rig einfach mal stehen lassen und den Kopf frei kriegen.

Zu der Zeit hatte ich auch einfach keinen Spaß mehr. Meine Erwartungshaltung war zu hoch geworden und plötzlich drehte sich alles nur noch um Ergebnisse, Technik und Zahlen. Ich war schlicht überfahren und merkte selbst, dass ich mich in etwas verrannt hatte.

Ab und zu bin ich trotzdem nochmal ins Rig gestiegen, meist in den McLaren oder in den AMG, und habe ein paar Runden auf dem Red Bull Ring gedreht. Ohne großen Druck, einfach fahren. Dort konnte ich mir zumindest langsam mein 1.8k Rating zurückholen und hatte zum ersten Mal wieder das Gefühl, dass ich nicht komplett verloren bin.

In Oschersleben bin ich dann fast nur Trainingssessions gefahren. Die Pace war eigentlich da, aber die Konstanz überhaupt nicht. Alles fühlte sich irgendwie falsch an. Genau zu dem Zeitpunkt habe ich mich dann endlich intensiv mit meinem Active Pedal beschäftigt. Bis dahin war ich mit vorgefertigten Settings unterwegs, die eigentlich gut funktioniert haben, aber ich hatte das Gefühl, dass ich irgendwo blockiert war. Vielleicht sucht man in solchen Phasen automatisch nach dem berühmten Schalter. Ich habe Kleinigkeiten verändert, die Bremse neu abgestimmt und danach auch die Sitzposition angepasst. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber plötzlich fühlte sich alles stimmiger an. Die Zeiten wurden konstanter, das Gefühl besser und vor allem kam langsam das Vertrauen zurück.

Ich habe es bewusst ruhig angehen lassen. Ein paar Sessions mit dem Mazda MX5 auf dem Red Bull Ring, mit klaren Bremspunkten und viel Trailbraking, perfekt um die Bremse fein abzustimmen und wieder Gefühl aufzubauen. Da ging es mir nicht um Rennen oder iRating, sondern nur um Zeit und Gefühl.

Danach bin ich in den Toyota GR86 gewechselt. Kein besonders spektakuläres Auto, eigentlich fast ein bisschen langweilig, aber genau richtig für den Moment. In México konnte ich ohne große Vorbereitung direkt starke Zeiten fahren und habe mich dann auch endlich wieder in ein Rennen gewagt. Topsplit, kaum Training, aber nur ein paar Zehntel langsamer als die 5-6k Fahrer. Das Ergebnis war am Ende gar nicht so wichtig, entscheidend war das Gefühl danach. Zum ersten Mal seit Wochen hatte ich das Gefühl, meine eigenen Erwartungen wieder zu erfüllen.

Langsam kommt das Selbstvertrauen zurück. Es fühlt sich nach einem klaren Aufwärtstrend an und genau diese Welle will ich jetzt mitnehmen, um Season 1 mit einem guten Gefühl abzuschließen. Nächste Woche steht Laguna Seca an. Wenn die Zeiten passen, wird wieder angegriffen – und dann geht es auch wieder Richtung 2k.

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