Wie gewonnen, so zerronnen – Spa wird zum Nackenschlag

Mein 2k-iRating hatte ich mir noch in der Algarve hart erarbeitet. Ein echtes Erfolgserlebnis – und ja, ich war stolz. Mit breiter Brust ging es in die neue Woche auf Spa-Francorchamps. Heimspiel.
Denkste. Arschlecken, Spa.

Wie immer bin ich das Ganze systematisch angegangen. Training unter der Woche, sauber gearbeitet, die Pace gesucht – und auch gefunden. Mit einer 2:16,3 konnte ich eine Zeit in den Asphalt brennen, mit der ich zwar nicht der absolut Schnellste war, aber deutlich vorne im Split lag. Und selbst da war noch Luft nach oben.

Die 2:16 war reproduzierbar, aber der Weg dahin war harte Arbeit. Alles, was man noch an Bremspunkten und Gewohnheiten aus GT7 im Kopf hatte, musste man komplett über Bord werfen.
Doch Spa wäre nicht Spa, wenn reine Vorbereitung reichen würde.

Denn: Du kannst noch so schnell sein, noch so konzentriert – Spa hat seine eigenen Gesetze.

Runde 1, rollender Start.
La Source, Gegengerade – TILT. ERROR.

Es ist schlicht unglaublich. Die Bus-Stop vor der grünen Flagge muss man erst einmal überleben. Regelmäßig fährt dir dort jemand ins Heck, Aero-Schaden inklusive – und deine Rundenzeiten sind von Anfang an für den Eimer. Spätestens zur Rennmitte wird das brutal sichtbar: Du verteidigst mit allem, was du hast, sonst wirst du gnadenlos durchgereicht.

Und dann diese Gegengerade Start/Ziel – der Killer schlechthin.
Einzige Chance: präventiv fahren. Links positionieren, bloß nicht innen bleiben. Vielleicht bleibt dir dann noch ein kleiner Ausweg, wenn es wieder kracht.

Rennen 1 (Freitag):
Nach wenigen Sekunden vorbei. Auto komplett krumm, unfahrbar, nicht mehr zu reparieren.

Rennen 2:
Weitgehend sauber. P5. Endlich mal Luft zum Atmen.

Rennen 3:
P3, alles unter Kontrolle – bis letzte Runde, Bus-Stop.
Ein übermotivierter Amerikaner findet seinen Bremspunkt nicht mehr und donnert mir voll ins Auto.
Letzte Runde. Letzte Kurve.

Das war kein Wutausbruch. Das war pure Resignation. Fassungslosigkeit. Ich war einfach nur leer.

Was in meinem Split schon wild ist, wird in den Splits tiefer völlig absurd.

Also habe ich das Ganze einen Tag sacken lassen und es Sonntagabend noch einmal probiert. Es lief besser. Nicht gut – aber besser. P4. Auch meine Top-Zeiten sind aktuell nicht fahrbar, da viel Respekt und viel taktieren dabei ist
Das iRating konnte ich halten, der Schaden blieb begrenzt.

Was mit so viel Euphorie begonnen hatte, endete in Enttäuschung.
Ich hatte mir deutlich mehr erhofft.

Spa ist gnadenlos. Kein Erbarmen.
Und dann noch GT3: viel Windschatten, viel Platz zum Verteidigen, brutale Rennaction.

Heute Abend fahre ich mein letztes Rennen der Woche.
Mit dem Ziel, meinen Frieden zu finden – und vielleicht doch noch etwas Positives mitzunehmen,
bevor es zurück in die Algarve geht.

UPDATE: SCHEISSE WARS!!!

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