Der Kurs in Portugal zählt ganz klar zu meinen Lieblingsstrecken.
Ich mag die Landschaft, das ständige Auf und Ab und vor allem den Flow, den die Strecke vorgibt. Auch wenn Algarve vielen eher aus der MotoGP bekannt ist, funktioniert der Kurs für mich auch mit GT3-Autos extrem gut.
In der letzten Season konnte ich hier mit dem McLaren eine starke 1:42.2 fahren. Diese Saison komme ich allerdings nicht ganz mehr an diese Zeit heran. Zum einen ist der McLaren dem aktuellen BOP etwas zum Opfer gefallen und zählt inzwischen eher zu den langsameren Fahrzeugen im Feld. Zum anderen habe ich in den letzten Wochen viele Autos getestet – was zwar lehrreich war, mir aber ein Stück weit das Gefühl für die letzten entscheidenden Zehntel genommen hat.
Der Ferrari war in Ordnung, untersteuert mir persönlich aber zu stark.
Der Mercedes hat mich positiv überrascht: sehr präzise, sehr stabil, viel Vertrauen – gerade für Endurance-Rennen ein starkes Auto. Trotzdem fehlt mir hier ein Stück Emotion. Die Pace war da, mit Zeiten um 1:42.8, aber es hat einfach nicht geklickt.
Der Ford hingegen liegt mir erstaunlich gut. Schnell, ehrlich, macht Spaß – definitiv mein Plan B, sollte ich ihn brauchen.
Am meisten Freude bereitet mir aber weiterhin der McLaren. Auch wenn er aktuell nicht das schnellste Auto ist, fühlt er sich extrem präzise an. Sicher auch, weil ich mit ihm die meiste Erfahrung habe. Und ja – der Sound erledigt den Rest.
Mit ihm bin ich meinem primären Ziel, 2k iRating, ein gutes Stück näher gekommen. Aktuell stehe ich bei 1960, die magische Grenze ist also in greifbarer Nähe. Gleichzeitig merke ich aber, dass ich mich gerade auf einem kleinen Plateau befinde. Die Hardware hat sich stark verändert, ich habe Autos gewechselt, viel ausprobiert und meine Fahrtechnik bewusst umgebaut. So richtig weiter komme ich aktuell nicht – zumindest fühlt es sich so an.
Ich habe mir gezielt neue Dinge antrainiert: weniger Lenkwinkel, die Lenkung früher öffnen, nicht zu früh beschleunigen. Auch beim Bremsen habe ich viel gearbeitet – wie man die Bremse vorbereitet, warum ein kurzes Lupfen vor dem Bremsen Sinn machen kann und wie wichtig ein sauberes Release ist. Diese Techniken geben mir vor allem Sicherheit und nehmen spürbar Hektik aus dem Rig.
Doch all das muss sich noch weiter verinnerlichen. Im Moment denke ich zu viel nach und handle zu wenig aus dem Instinkt heraus.
Was jetzt noch fehlt, ist der Feinschliff an der Linie. Die Strecke muss konsequenter in ihrer ganzen Breite genutzt werden. Hier fehlt mir stellenweise noch das letzte Vertrauen – und das kommt nur durch eines: fahren, fahren, fahren.
Mein erster Sieg lässt weiterhin auf sich warten. Top-5-Platzierungen sind häufig drin, Podiumsplätze ebenfalls – aber dieser eine Sieg fehlt noch. Und ja, das nagt ein wenig. Wahrscheinlich kommt er genau dann, wenn ich am wenigsten damit rechne.
Die GT3-Serie ist anspruchsvoll, extrem beliebt und hart umkämpft. Genau deshalb ist sie für mich der Maßstab. Genau hier will ich mich durchsetzen.
Und genau hier bleibe ich dran.