Road Atlanta – eine harte, aber lehrreiche Woche
Road Atlanta hat mich extrem gefordert. Anfangs mochte ich die Strecke überhaupt nicht, doch im Laufe der Woche konnte ich mich langsam mit ihr anfreunden.
Insgesamt bin ich sechs Rennen gefahren – leider mit spürbaren Auswirkungen auf meine Statistiken.
Mein Safety Rating hat mit –0,73 deutlich gelitten, und auch das iRating konnte sich nur geringfügig verbessern (+33).
Die ersten drei Rennen waren alles andere als gut.
Eines davon habe ich sogar frühzeitig abgebrochen und das Auto abgestellt – ein klassisches Rennen, in dem einfach nichts funktionieren wollte. Dieses endete schließlich mit –85 iRating und war definitiv der Tiefpunkt der Woche.
Trotzdem habe ich aus Road Atlanta wichtige Erkenntnisse mitgenommen.
Zum einen habe ich gemerkt, dass ich kein Fahrer bin, der einfach iRacing startet und direkt ein Rennen fahren sollte. Ohne vorheriges Einfahren und gezieltes Training fehlt mir die nötige Sicherheit – das hat sich hier sehr deutlich gezeigt.
Zum anderen habe ich in dieser Woche viel Input und Coaching bekommen. Anfangs war das fast zu viel auf einmal, aber ich konnte vieles davon umsetzen. Auch der Wechsel auf ein anderes Auto hat sich als richtig erwiesen:
Der Ford Mustang GT3 hat mir sehr gutes Feedback gegeben und mir spürbar mehr Vertrauen vermittelt.
Gegen Ende der Woche stand schließlich eine Bestzeit von 1:18,0 auf der Uhr – für einen Fahrer im Bereich um 1.8k iRating absolut zufriedenstellend.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse war jedoch, dass meine Racecraft noch nicht da ist, wo sie sein sollte.
Ich breche teilweise mitten im Rennen ein und verliere Fokus. Auch das Verteidigen fällt mir schwer – Jagen funktioniert deutlich besser. Das sind klare Baustellen, an denen ich arbeiten muss.
Trotz allem waren die letzten Rennen der Woche deutlich besser, und insgesamt bin ich am Ende mehr oder weniger zufrieden.
Das iRating hätte besser laufen können, aber an Erfahrung bin ich definitiv gewachsen.
The Bend – Training, Geduld und harte Tracklimits
In der darauffolgenden Woche konnte ich mich zwischen drei neuen Strecken entscheiden.
Meine Wahl fiel auf The Bend – hauptsächlich, weil es dazu einige gute Videos und Trackguides auf YouTube gab.
Die Eingewöhnungsphase war, wie erwartet, chaotisch.
Ich hatte keinerlei Streckenkenntnis und musste mir das Layout zunächst mühsam einprägen. Danach hieß es: Training, Training, Training.
Ich habe verschiedene Autos ausprobiert und bin am Ende wieder beim McLaren gelandet.
Hier konnte ich eine Bestzeit von 1:46,7 fahren.
The Bend ist eine Strecke, auf der man extrem schnell Offtracks sammelt. Die Tracklimits sind sehr streng und eng gesteckt. Erst gegen Ende der Rennwoche hatte ich wirklich das Gefühl, dort sauber zurechtzukommen.
Insgesamt bin ich hier nur drei Rennen gefahren, konnte dabei aber +75 iRating mitnehmen.
Das SR hat im ersten Rennen leicht gelitten (–0,33), hielt sich danach aber stabil.
Ein besonders ärgerlicher Moment war ein selbstverschuldeter Fehler:
Ich bin einmal zu spät aus der Practice ausgestiegen, wollte eigentlich gar nicht am Rennen teilnehmen, war aber bereits eingeloggt. Ergebnis: –91 iRating für ein Rennen, das ich nie gefahren bin. Das tat weh – war aber schlicht Unaufmerksamkeit meinerseits.
Simucube Active Pedal – ein echter Gamechanger
Am 24.12.2025, pünktlich zu Heiligabend, kam mein Simucube Active Pedal samt Baseplate an – nach unglaublichen 25 Stunden Lieferzeit von Helsinki bis in die belgischen Ardennen.
Mit dem Active Pedal hatte ich schon lange geliebäugelt, doch es war lange Zeit ausverkauft.
Das komplette Bundle mit Gaspedal ist zwar tatsächlich nicht lieferbar, aber nach intensiver Recherche in verschiedenen Foren habe ich mich überzeugen lassen, dass mein Heusinkveld Ultimate+ Gaspedal weiterhin zu den besten auf dem Markt gehört.
Simucube bietet einen Adapter an, mit dem sich das Heusinkveld-Pedal direkt in die Simucube-Software integrieren lässt. Also habe ich mich kurzerhand am 23.12. zur Bestellung entschieden.
Als am nächsten Tag plötzlich DHL klingelte, war die Freude natürlich riesig.

Zwei große Pakete später ging es direkt an den Aufbau:
Baseplate montieren, Active Pedal und Gaspedal verschrauben – ein massives Bauteil, extrem schwer und sehr groß.
Ich musste mein Rig etwa 20 cm von der Wand abrücken, um die Pedalerie korrekt montieren zu können. Auch unter der Pedalplatte waren einige Umbauten nötig, um alles absolut flexfrei zu bekommen.

Gerade an der Pedalerie wirken enorme Kräfte – aber als alter Schrauber habe ich auch dafür eine saubere Lösung gefunden.
Nach der Installation und einem Software-Update habe ich mir zunächst ein GT3-Sport-Profil geladen und bin direkt auf die Strecke gegangen.
Das erste Gefühl: sehr viel Vertrauen auf der Bremse.
Stärkere Bremsimpulse sind möglich, und das Erfühlen des ABS ist eine völlig neue Erfahrung. Das ist ein Feature, das einen direkt schneller machen kann.
Bei mir hat es allerdings etwas gedauert.
Nach ein paar Anpassungen auf Empfehlung eines befreundeten Fahrers – Totzone, Bremskurve, Feinjustierung – ist der Groschen gefallen. Das Gefühl ist verblüffend nah an der Realität.
Trailbraking erfühlen, das Feedback direkt im Fuß – das ist wirklich ein Erlebnis.
Ich fahre inzwischen sogar ohne Schuhe, nur mit Socken, weil der aktive Motor so viele Details liefert, die klassische Elastomere niemals wiedergeben können.
Der Pedalweg ist per Software um fast 8 cm verstellbar, die maximale Bremskraft von bis zu 110 kg (Pro-Version) ist mehr als ausreichend.
Ich bin zwar ein recht wüster Bremser, aber genau das passt hier perfekt – eine Vollbremsung erfordert bewusst Kraft, und das ist auch so gewollt.
Anfangs dachte ich noch, diese Investition wäre vielleicht Perlen vor die Säue.
Inzwischen möchte ich das Active Pedal aber keinen Tag mehr missen.
Es macht einfach enorm viel Spaß, mit dieser hochwertigen Hardware zu fahren –
und ganz nebenbei habe ich jetzt wirklich keine Ausreden mehr 😄