LMUUUUUUHLALA!

Gestern Abend stand wieder Training auf dem Plan. Erst ein paar Sessions in iRacing(wo ich jetzt noch eine Woche warte bis meine Lizenz durch ist ) , dann mein ACC-Programm in Spa – wo ich mich inzwischen langsam an die 2:18er-Marke herantaste. Danach wollte ich eigentlich Feierabend machen. Doch irgendetwas in mir sagte: „Komm, schmeiß LMU nochmal an.“

Eigentlich hatte ich keine großen Ambitionen. Mein letztes Rennen in Le Mans Ultimate (LMU) war eine mittelschwere Katastrophe, und im Kopf hatte ich eher Frust als Vorfreude.

Doch dann kam alles anders.


Wenn eine vertraute Strecke plötzlich fremd wirkt

Es ist schwierig, eine Strecke zu fahren, die man in- und auswendig kennt, und die sich dann plötzlich ganz anders anfühlt. So war es für mich in Spa. Alles wirkte schwammig, ich wusste nicht, ob ich genug Grip hatte, ob ich Ende Blanchimont auf dem Dach durchfahren würde oder ob mein Heckflügel noch dran war.

Im Vorfeld hatte ich an den Settings meiner Simucube geschraubt und im Spiel selbst an den FFB-Reglern gespielt. Irgendwo hatte ich in der Woche ein YouTube-Video gesehen, das genau diese Problematik behandelte. Und dann kam er, der Moment:

„Nachdem ich Eau Rouge voll nehmen konnte, fiel der Hammer!“

Ein Schlüsselmoment!


Force Feedback – der Gamechanger

Es war tatsächlich so: Force Feedback eingestellt – und alles war anders. Unfassbar, wie detailreich LMU plötzlich war. Umso trauriger, dass mir das erst jetzt auffiel, nachdem ich schon etliche Stunden ohne Pre-Settings herumgegurkt war.

Plötzlich hatte ich einen Ferrari 296 GT3, der funktionierte. Das Auto lag stabil, ich konnte den Grip spüren, die Balance einordnen und endlich verstehen, was unter mir passierte. Auch die Quali lief direkt besser: Eine hohe 2:21 – noch keine Topzeit, aber im Vergleich zu allem, was vorher war, fühlte sich das an wie Mopsgeschwindigkeit. Am Ende fehlte mir gar nicht viel auf die Spitze, und es reichte für P4.


Setup-Hilfe und Rennfehler

Nebenbei habe ich mir ein kleines Abo bei GoSetups.gg gegönnt. Eigentlich für ACC gedacht, wollte ich LMU aber auch eine faire Chance geben – und die Setups helfen definitiv.

Das Rennen selbst? Naja… sagen wir mal: die Euphorie war größer als die Konstanz. Ein Verbremser brachte mir direkt einen Bremsplatten ein – extrem gut spürbar im Lenkrad. Danach schaltete ich den Pitlimiter zu früh aus → Drive Through als kleine Bonusstrafe.

Trotzdem war es ein richtig wichtiger Moment für mich: Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, mein Auto zu spüren.


Bremsen – präziser als in ACC

Das Bremsgefühl ist eine der größten Überraschungen.

  • In ACC heißt es: Wenn du zu spät bremst, einfach wie ein Ochse reintreten – das geht schon.
  • In LMU funktioniert das nicht. Hier ist das Bremsen fein dosierbar, du kannst progressiv Druck aufbauen, und genau das fühlt sich enorm realistisch an.

Für mich ist es ein Zwischending zwischen iRacing und GT7 – und das liegt mir richtig gut.


Grafik – zwei starke Konkurrenten

ACC und LMU sehen beide klasse aus. ACC punktet mit knackigen Kontrasten und Hochglanz-Optik, LMU mit natürlicheren Lichtstimmungen und Atmosphäre. Beim Fahren selbst achte ich ehrlich gesagt weniger darauf – beide liefern genug Immersion.


Reifenmodell – einsteigerfreundlicher

Auch beim Reifenmodell gibt es klare Unterschiede:

  • ACC: Das Reifenfenster ist extrem streng. Zu kalt oder zu heiß, und deine Performance ist sofort weg.
  • LMU: Verzeiht mehr. Das Fenster ist breiter, und du spürst den Gripverlust graduell.

Für jemanden wie mich, der neu in LMU ist, ist das ein echter Pluspunkt.


Schadensmodell – eine andere Liga

Während ACC schon solide Beschädigungen darstellt, setzt LMU hier noch einen drauf:

  • Visuell: Aero-Teile verformen sich realistisch, ein beschädigter Flügel ist sofort sichtbar.
  • Mechanisch: Jeder Schaden wirkt sich direkt aus. Ein kleiner Kontakt in der Schikane → mehrere Zehntel weg.
  • Langzeitwirkung: Überhitzung, Getriebeprobleme, Aufhängungsschäden – alles spürbar, alles konsequent.

Das macht jede Berührung riskant und die Langstrecken-Atmosphäre unfassbar intensiv.


Spaßfaktor – Struktur vs. Flow

ACC ist der Benchmark, wenn es um Competition und Struktur geht. Durch LFM (Low Fuel Motorsport) gibt es ein klares Ranking, viele Fahrer, immer Action.

LMU dagegen hat für mich den Spaßfaktor über das reine Fahrgefühl. Es ist weniger Setup-Grind, weniger Mathe – und mehr pures Racing. Man fährt Stints, spürt den Rhythmus und taucht ein.


Was soll ich sagen…

Gestern war für mich ein Wendepunkt. Mit richtig eingestelltem FFB habe ich LMU neu kennengelernt – und plötzlich macht es unfassbar Laune. Ich gebe der Sim definitiv eine Chance und will die nächsten Tage noch mehr investieren. Mein Eindruck muss sich erstmal bestätigen und festigen.

LMU ist noch am Anfang, aber genau das macht es spannend. Ein paar meiner Kollegen sind auch schon dabei, und gemeinsam fuchsen wir uns rein. Seien wir gespannt was die nächsten Tage bringen…

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