Hat iRacing die BOP versaut?

Vergangene Rennwoche stand Spa auf dem Plan.
Ich bin bewusst mit der Corvette gefahren – einfach weil ich das Auto aktuell am meisten fühle. Sound, Emotionen, Kontrolle… das Ding macht einfach Spaß. Genau so, wie sich GT3 für mich anfühlen soll.

Aber: Auf Spa vorne mitzufahren ist damit aktuell alles andere als einfach.

Meine Rennpace lag konstant irgendwo im Bereich 2:17.1 bis 2:17.0. Klar, eine 2:16 geht – aber nur, wenn wirklich alles passt. Und das sind dann eher Hotlap-Runden als etwas, das man im Rennen reproduzieren kann.

Und genau an dem Punkt stellt sich mir die Frage:
Hat iRacing die GT3-BOP aktuell ein bisschen aus dem Gleichgewicht gebracht?

Wenn man sich die Splits anschaut, fällt eines ziemlich schnell auf:
Gefühlt fährt aktuell jeder den AMG oder den Aston Martin – und ist damit auf Anhieb schnell unterwegs. Diese Autos funktionieren einfach. Stabil, berechenbar, schnell.

Die Corvette dagegen fühlt sich eher wie das Gegenteil an.
Nicht langsam – aber deutlich anspruchsvoller. Du musst sie sauber treffen, musst präzise arbeiten, und sie verzeiht dir weniger Fehler. Das Fenster, in dem das Auto wirklich performt, ist einfach kleiner.

Und genau das macht sich im Rennen bemerkbar.

Im Team haben wir dann angefangen, ein bisschen zu experimentieren. Ich konnte ein paar Leute überreden, die Corvette ebenfalls zu testen – und das Feedback war durchweg positiv. Fahrgefühl, Sound, Charakter… das Auto kommt gut an. Und auch von den Zeiten her lagen wir alle ziemlich eng beieinander.

Also sind wir tiefer ins Setup eingestiegen.

Und siehe da: Mit etwas Arbeit wird die Corvette richtig gut. Fahrbarer, stabiler, konkurrenzfähiger. Nicht plötzlich Meta – aber definitiv auf einem Niveau, mit dem man arbeiten kann.

Die ganze Testerei hat viel Zeit gefressen, aber sie war extrem lehrreich. Gerade der Austausch im Team bringt enorm viel. Wenn jemand von außen auf deinen Fahrstil schaut, erkennt er oft Dinge, die dir selbst gar nicht auffallen. Kleine Anpassungen, klare Hinweise – und plötzlich klickt es.

Genau das ist es, was einen am Ende schneller macht.

Trotzdem bleibt die Frage im Raum:
Reicht das, um bei einem Special Event wirklich vorne mitzufahren?

Oder geht man doch den „sicheren“ Weg und steigt auf ein aktuelles Meta-Auto um?

Eine Entscheidung, die wir definitiv noch treffen müssen.

Die kommende Rennwoche wird bei mir persönlich eher ruhig. Arbeit geht vor, und Zeit fürs Fahren wird kaum da sein. Umso mehr richtet sich der Blick schon nach vorne.

Tsukuba und Fuji stehen an – zwei Strecken, die ich beide mag. Zwei komplett unterschiedliche Charaktere, aber genau das macht es spannend.

Und egal, wofür ich mich entscheide:
Auf beiden wird attackiert

Schreibe einen Kommentar