Unter meinen Erwartungen: P9 auf dem Red Bull Ring

Schon das Training war so eine Sache: Serverstart auf nasser Strecke. Wie sich herausstellte, war ich auf dieses Szenario wirklich nicht gut vorbereitet.

Als die Quali startete, wurde es nicht besser – strahlende Sonne, aber noch nasse Strecke. Ich ging raus auf Slicks, verlor das Auto aber sofort und musste wieder rein, um mir Regenreifen zu holen. Doch die Strecke trocknete so schnell wieder ab, dass ich besser auf den Slicks geblieben wäre. Dementsprechend war die Quali schon ein kleines Desaster.

Naja, sei es drum – ich ging ziemlich am Ende des Feldes in die Einführungsrunde. Fliegender Start, gut rausgekommen aus der Red-Bull-Mobil-Kurve, direkt schon ein, zwei Autos eingesammelt. Die Niki-Lauda-Kurve ging für alle gut, aber oben in der Remus krachte es dann gewaltig. Der neue Qualm in iRacing ist schon eine Wucht – nur sehen tust du in dem Moment rein gar nichts mehr. Ich hatte trotzdem Glück und kam heil durch.

Acht Plätze konnte ich gutmachen, dazu lieferte ich mir mit ein paar 4k-Fahrern einen schönen Dreikampf über etliche Runden – bis ich sie ziehen ließ. Danach hab ich meine Position verwaltet, mich aus allem rausgehalten und mich über die starken Platzierungen meiner Kollegen gefreut. Am Ende stand P9 – mit der Frage im Kopf: Woran hat et jelejen?

Denn meine Trainingszeiten waren deutlich besser als alles, was ich im Rennen gezeigt hab. Und wieder ist es ein mentales Problem: Ich will wahrscheinlich zu viel, weiß, dass ich es besser kann, und werde dadurch zu verkopft – überfahre mein Auto, und schon kommen die Selbstzweifel. Nach dem Rennen hab ich mich meinen Kollegen anvertraut, und die haben mir genau das bestätigt: Ich fahre weit unter meinen Möglichkeiten. Das wurmt mich wirklich sehr. Ich hab da einfach zu viele Ambitionen und zu großen Ehrgeiz, um mich damit zufriedenzugeben.

Aber wie geh ich das jetzt an? Ich hab noch ein bisschen Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Es geht weiter nach Miami, ein Rundkurs – eine ganz neue Erfahrung für mich. Bis dahin muss ich aber nochmal in mich gehen und mich aufbauen. Sonst bleib ich in dieser Teufelsspirale gefangen. Wir werden sehen.