SimRC Runde 1: Hockenheim lief nicht wie geplant

 

Sodele, das erste Rennen auf Hockenheim ist im Kasten. Ehrlich gesagt bin ich sehr unzufrieden – nicht mit meiner Leistung, sondern mit dem Rennverlauf. Aber fangen wir mal von vorne an.

Nach einem 85-minütigen Training ging es in den Discord der SimRC zum Briefing. Ein paar Erklärungen und Erläuterungen später ging es dann wieder auf die Strecke: 15 Minuten Zeit, um meinen Startplatz auf dem Grid zu finden – danach mussten wir die Strecke räumen, damit die schnellen Jungs aus der Goldklasse ihre Quali abspulen konnten.

Die Quali lief eigentlich ganz solide: Als Siebter in der Silberserie ging ich an den Start, 24. im Gesamtfeld von 43 Startern. Die Nervosität hielt sich noch im Zaum, was mich selbst wunderte! Den ganzen Tag, ja die ganze Woche hab ich darauf hingearbeitet, sie stieg über den Tag hinweg immer weiter an – aber ab dem Moment, in dem ich im Rig saß, ging es eigentlich.

Dann wurde es ernst: Einführungsrunde. Ich reihte mich ein und war voll konzentriert. Grüne Flagge – ich war gut am Gas und hatte direkt beim Start 2–3 Autos geschluckt, bevor es neben und vor mir zu Drehern kam, denen ich mit einer Linksbewegung ausweichen musste. Hinter mir kam ein McLaren der Goldklasse, schon im Offtrack, viel zu schnell herangerauscht und setzte sich neben mich, sodass es zur Kollision kam – dabei entstand aber kein Schaden und ich verlor keine Position.

Schnell waren die ersten 4–5 Runden abgespult und das Fahrerfeld sortierte sich. Ich konnte mich in einem Zug mit 6–7 Autos einreihen und beobachtete das Geschehen in der Hoffnung, dass vor mir jemand einen Fehler machte. Bis dahin alles entspannt und fair.

So verging die erste halbe Stunde, bis ich plötzlich von den Stewards die schwarze Flagge zu sehen bekam – Drive Through! Mir war bis dahin völlig unklar, weswegen. Da ich ohnehin tanken musste, bin ich erstmal an die Box, ein paar Runden früher als meine Kontrahenten. Ich sortierte mich, fuhr wieder raus und setzte in der folgenden Runde meine Drive Through ab. Danach war ich aber chancenlos und reihte mich ziemlich weit hinten wieder ein. Eine Zeit lang war ich komplett raus – Rhythmus und alles stimmten nicht mehr, und ich fragte mich die ganze Zeit, was ich wohl falsch gemacht hatte.

Nach und nach fuhren die anderen an die Box, und ich hatte für einen Moment freie Fahrt – gewann ein paar Plätze zurück und wurde am Ende noch 28. im Gesamtfeld, P9 in Silber von 23. Gott sei Dank haben meine Teamkollegen abgeliefert und sind auf P2 und P3 in Silber ins Ziel gekommen.

 

Danach ging es an die Nachbearbeitung, und ich machte mich auf die Suche nach meinem Vergehen: Es war die Aktion am Start, für die ich die Drive Through bekam – und mein Rennen war damit im Grunde gelaufen. Das macht mich fassungslos wie auch wütend, ich kann dafür wenig Verständnis aufbringen. Aber sei es drum, die Messe war gelesen. Dennoch sehr deprimierend, gemessen an der Arbeit, Zeit und den Ambitionen, die ich reingesteckt habe.

Am Freitag geht’s aber weiter: Sonoma in der Sportscar-Variante, eine Strecke, die für die Mehrheit aller Fahrer absolutes Neuland ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass überhaupt jemand dafür schon ein Setup hat, geschweige denn die Strecke bereits gekauft.

Schauen wir mal, was es wird. Allerdings muss ich sagen, dass ich noch einen inneren Groll hege und dabei auch etwas von der Ernsthaftigkeit, dem Respekt und der Ehrfurcht verloren habe, die ich noch vor dem ersten Rennen hatte. Vielleicht geht das am Freitag mit etwas mehr Abstand besser, und ich bin wieder giftig genug. Wir werden sehen…